Regina Spektor: Remember Us To Life – Album Review

Regina Spektor: Remember Us To Life – Album Review

Wie das Leben selbst

von Christin Feldmann

Regina Spektors neues Album Remember Us To Life ist ein erwachsenes geworden. Was das meint? Nun die 36-jährige, in New York lebende Sängerin mit russischen Wurzeln, ist jüngst Mutter geworden und dass man sich in so einem lebensverändernden Ereignis mit dem Leben an sich, dem Aufwachsen oder der Sorge um den Nachwuchs beschäftigt, ist nicht verwunderlich. Dass dies die Themen des Albums werden könnten, kündigte sich bereits im August dieses Jahres mit der ersten Single-Auskopplung „Bleeding Heart“ an, in der es eben um einen Rückblick einer menschlichen Entwicklung bis heute in Spektorscher Manier geht, der wie immer bei der New Yorkerin mit Textzeilen wie „How long must I try till you learn that dreaming’s hard / How long must I dream till you heal your bleeding heart“ , wortgewaltig daher kommt.

Die zweite Single „Older And Taller“ schließt an das Thema Erwachsenwerden nahtlos an. Wer das Cover des neuen Albums betrachtet, meint bereits die Veränderung und eine gereifte Regina Spektor zu erkennen. Die rothaarige Sängerin zeigt sich hier im Look einer 1930er-Jahre Lady und das ist so ganz anders als bei ihren vorherigen sechs Alben, bei denen die Cover passend zu Spektors Image frech, unzähmbar, jugendlich verspielt und immer leicht exzentrisch in Szene gesetzt worden sind. Spektors Musik ist einem Genre nicht wirklich zuzuordnen. Und obwohl man sie mittlerweile vom Undergroundgeheimtipp als Musikgröße zwischen Tori Amos und Fiona Apple platzieren kann, gelingt ihrem Mix aus düsteren, oft sehr nachdenklich anmutenden Texten in Antithese mit verspielten, fröhlichen Melodien immer wieder der Balanceakt, auch das Mainstream-Publikum anzusprechen.

Auf dem neuen Album Remember Us To Life, so langweilig für so manchen die angesprochen Thematiken auch erstmal klingen mögen, präsentiert sich Regina Spektor etwas behäbiger in der Gangart, als z.B. auf  dem Vorgängeralbum von 2012 What We Saw From The Cheap Seats, dennoch ist das Album sehr kraftvoll und so abwechslungsreich wie kaum ein anderes in ihrer Karriere. Ruhige Stücke wechseln sich mit schnelleren gekonnt ab und manchmal klingt es, als wäre das aus zwölf Stücken bestehende Werk ein einziges nie endendes Auf- und Ab aus Emotionen, und Situationen, dem Nachdenken über Vergangenes und der Sorge um die Zukunft – und irgendwie ist das Album dann am Ende so, wie das Leben selbst.

„Remember Us To Life“ von Regina Spektor ist am 30.09. bei Warner Music erschienen.

 

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