Placebo: A Place For Us To Dream – Album Review

Placebo: A Place For Us To Dream – Album Review

Doppel-CD mit 36 Songs aus 20 Jahren Placebo

von Gérard Otremba

Ein 20-jähriges Bandbestehen mit einer Retrospektive zu feiern ist eine gute Sache. Das macht nun auch die englische Alternative-Rock-Band Placebo. Mit dem selbstbetitelten Debütalbum begann 1996 die Karriere von Sänger und Gitarrist Brian Molko sowie Bassist und  Gitarrist Stefan Olsdal, die mit wechselnden Schlagzeugern und Tourmitgliedern die Fahne von Placebo bis heute hoch halten. Anders als ihre britischen Kollegen von Oasis oder Blur suchten Placebo ihr Heil im knackigen Rock mit unverkennbaren Punk-Einflüssen, der mit einem 5. Platz in den UK-Charts belohnt wurde. Auf A Place For Us To Dream zeugen die Songs „Come Home“, Nancy Boy“, „Bruise Pristine“ und „Teenage Angst“ sowie neuere Versionen von „36 Degrees“ (2016) und „I Know“ (2008) von der Sturm- und Drangphase der Band.

A Place For Us To Dream ist nicht chronologisch angelegt und beginnt mit dem Opener des zweiten Longplayers Without You I’m Nothing „Pure Morning“. Ein wesentlich düsteres und balladeskeres Album als das Debüt, das den Durchbruch weltweit für Placebo brachte und eben mit „Pure Morning“, dem Titelsong, mit „You Don’t Care About Us“ sowie „Every You And Every Me“ vier der wichtigsten und bekanntesten Band-Hymnen zu bieten hatte, die alle auf der Compilation zu finden sind. Im Anschluss an „Pure Morning“ folgt die neue Single „Jesus‘ Son“, die auf wunderbare Weise zeigt, wie genial Placebo den Alternativ-Rock längst in den Mainstream überführt und mit himmlischem Pathos angereicherten haben. Neben den weiteren erwartbaren, weil zu wichtigen Songs wie „Slave To The Wage“, „Special K“, „The Bitter End“, „For What It’s Worth“, „Meds“ und „Loud Like Love“ gesellen sich das Kate Bush-Cover „Running Up That Hill und „Protège Moi“ (Bonus-Track der Special Edition von Sleeping With Ghosts) auf der Doppel-CD A Place For Us To Dream hinzu.

Diverse Radio-Edit-Versionen und Kooperationen mit David Bowie („Without You I’m Nothing“), Alison Mosshart („Meds“) und Michael Stipe („Broken Promise“) sowie ein Booklet mit bislang unveröffentlichten Fotos komplettieren die Retrospektive, die eine ausgewogene Mischung aus 20 Jahren Placebo bietet. Und dass da nicht alles Gold war, was glänzte, ist bei 36 Songs auch klar, aber insgesamt eine feine Zusammenstellung. Ebenfalls erhältlich ist die EP Life’s What You Make It mit sechs bisher unveröffentlichten Aufnahmen, darunter die Coverversion des titelgebenden Talk Talk-Klassikers.

„A Place For Us To Dream“ von Placebo ist am 07.10.2016 bei Universal Music erschienen.

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