Arne Dahl: Sieben minus eins – Kriminalroman

Arne Dahl: Sieben minus eins – Kriminalroman

Grandioser Auftakt einer neuen Krimireihe von Arne Dahl

von Gérard Otremba

Er hat die Messlatte im Genre der Kriminalliteratur sehr hoch gelegt, der Arne Dahl. Zunächst mit seiner spannungsgeladenen, zehnteiligen Reihe über die Stockholmer Sonderermittler der A-Gruppe um Paul Hjelm und Kerstin Holm (plus Nachklapp Der elfte Gast), anschließend mit dem Quartett der international ermittelnden Opcop-Gruppe, bestehend aus den rasanten Einzelbänden Gier, Zorn, Neid und Hass. Mit seinem neuen Kriminalroman Sieben minus eins kehrt Arne Dahl zu seinen schwedischen Wurzeln zurück.

Der knapp 40-jährige Kriminalkommissar Sam Berger arbeitet mit seinem Team in Stockholm an dem Fall der vermissten 15-jährigen Ellen Savinger. Berger entdeckt Hinweise, die auf andere verschwundene Mädchen gleichen Alters deuten. Eine heiße Spur führt zu einer gewissen Nathalie Fredén, die auffälligerweise auf mehreren Bildern von vermeintlichen Tatorten zu finden ist und alsbald von Berger verhaftet wird. Doch wie trügerisch die Wahrnehmung manchmal sein kann, erfährt Sam Berger am eigenen Leib, denn plötzlich gerät er selbst in den Verdacht, in das Verschwinden der weiblichen Teenager verstrickt zu sein. Zu diesem Zeitpunkt ist Arne Dahls Roman Sieben minus eins ungefähr bei der Hälfte angekommen und erlebt hier einen brillanten Höhepunkt. Doch die atemlose Jagd nach dem wahren Schuldigen, die Sam Berger in ein düsteres, längst vergessenes Kapitel seiner Jugendzeit führt, beginnt erst anschließend.

Allein Arne Dahls geniale Finte zur Halbzeit und die Einführung einer neuen Ermittlerperson sind das Lesen dieser Lektüre wert, die Aufklärung erst recht. Und hat man alles sacken lassen und sich auf ein paar entspannte letzte Sätze eingestellt, schlägt Arne Dahl unbarmherzig auf der allerletzten Seite nochmal vehement zu. In Sam Berger konzipiert Dahl einen extrovertierten, immer wieder die Regeln vernachlässigenden Kriminalkommissar, dem er die unwesentlich jüngere Molly Blom an die Seite stellt, die mit Sam einst dieselbe Schule besuchte. Beide geraten nach über zwanzig Jahren in einen ausgeklügelten Racheplan eines ehemaligen Mitschülers. Sieben minus eins ist ein wahrlich überragender Auftakt einer hoffentlich lange anhaltenden neuen Krimi-Reihe Arne Dahls. Einmal mehr tritt der 1963 geborene Dahl den Beweis seiner Klasse im Krimi-Bereich an.

Arne Dahl: „Sieben minus eins“, Kriminalroman, Piper Verlag, aus dem Schwedischen von Kerstin Schöps, Klappenbroschur, 978-3-492-05770-7, 16,99 €.

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