Way back when-Festival 2016 in Dortmund – Konzertreview

Way back when-Festival 2016 in Dortmund – Konzertreview

Der erste Tag des Way back when-Festivals in Dortmund mit Gundelach, Vimes, Lola Marsh, Alex Vargas und Tocotronic

Text und Fotos von Christin Feldmann

Im 3. Jahr präsentiert sich nun das „Way back when“-Festival in der schönen Ruhrpott-Metropole Dortmund. Auch diesmal findet es wieder an 3 Tagen in 3 verschieden Locations statt und man merkt,  die Zahl 3 ist in diesem Jahr irgendwie die magische Zahl. Die Karsten Jahnke Konzertdirektion lässt sich auch 2016 nicht lumpen und präsentiert großartige Bands wie Lola Marsh, Alex Vargas, We Are Scientists, We Were Promised Jetpacks mit noch größeren Headlinern wie Tocotronic, Augustines und The Boxer Rebellion. Und bei 11- 14 Bands pro Abend ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei. Das Festival, in den Anfangsjahren noch als Insidertipp gehandelt, wird langsam immer größer und kann sich mit diesen Headlinern sicher neben den etablierten Festivals sehen lassen. Das „Way back when“ nämlich gehört zu den bestorganisiertesten Spätsommer-Festivals in Deutschland, ist bezahlbar geblieben und dem Mainstream definitiv immer einen kleinen Schritt voraus. Mittlerweile Durchstarter der  alternativen Musikszene wie AnnenMayKantereit, Fink oder die Arkells gaben sich in Dortmund bereits 2015 die Ehre. Wem nun das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, hier einige Bands und Eindrücke von Tag 1 beim „Way back when“.

Gundelach

Begonnen wurde das Festival mit norwegischem Gemüse – dem Duo Gundelach. Gundelachs musikalischer Stil ordnet sich in die Reihe anderer nordischer Stars, wie dem Isländischen Sänger Asgeir (2014 auf dem „Way back when“) oder dem Kollegen Kristofer Aström ein. Melancholische Klänge gepaart mit Kopfstimme und elektronischer Beilage. Noch nicht bekannt? Nun das wird sich schnell ändern, denn die beiden Herren von Gundelach sind ein echter Ohrenschmaus und ihr Stilmix verspricht eine große Zukunft im Musikbusiness. Das fand auch das Publikum, denn die Halle war immerhin an einem Donnerstag um 18.00 Uhr schon gut gefüllt. Die heimische Band Vimes aus Köln ließ dann ebenfalls das Herz von Elektronikfans höher schlagen. Vorbilder? Nun ja, der „Way back when“ Flyer nennt ihren Sound eine Mischung aus Clubmix, Popmelodien und analogen Sound und trifft es damit auf den Punkt. Vergleichbares lässt sich in Deutschland schwer finden. Zudem sind die Jungs zwar leise aber verdammt sympathisch und sehr eindringlich in ihren Melodien. Wen es interessiert: die beiden haben jüngst ihr Debütalbum „Nights in Limbo“(Humming Records) veröffentlicht und das kann sich wirklich hören lassen.

Vimes 2

Eine der Favoriten des Abends war wirklich die aus Tel Aviv stammende Band Lola Marsh. Die Band, als Duo begonnen, ist inzwischen ein echter Geheimtipp geworden und das liegt nicht nur an der Sängerin Yael Shoshana Cohan, die ein bisschen wie Penelope Cruz anmutet, sondern an den bezaubernden Liedern, zwischen CocoRosie und SIA, die das Duo live dann mit fünf Musikern zum besten gab. Und damit heizten sie dann auch dem müder werdenden Publikum so ein, dass zum Ende der komplette Saal gefühlt nur noch aus schwofenden, swingenden Menschen bestand. Respekt, Respekt!

LolaM

Der zweite Favorit war danach Alex Vargas. Der sympathische Londoner zeigt auf der Bühne in einer fast One-Man-Show, dass ihm nicht nur elektronische Rhythmen gut stehen, sondern dass die Gitarre sein bester Freund ist und dass er damit auch umzugehen vermag. Vargas ist ein echtes Multitalent, was die Improvisation angeht. Mischt, singt, performt – am Ende sogar ein Lied von Beyonce und berührt die Herzen der Zuschauer sogar so sehr, dass Menschen weinen und kuscheln, als gäbe es kein morgen mehr.

Alexvargas2

Abgerundet wurde der erste Tag des „Way back when“  dann zu später Stunde mit Tocotronic. Wer in den 1980er geboren ist, den haben die Jungs durch die deutsche Pubertät, Grunge-Null-Bock-Phase gebracht. Wie, die gibt es noch? Jupp, und zwar lautstark und mit voller Halle. Und sind die noch gut? Ja sind sie, und wie. Heute ab 18.00 Uhr, der 2. Tag des Festivals und für Kurzentschlossene: Wenige Karten gibt’s noch. Und heute spielen zum letzten Mal die Augustines, beste Liveband der Welt,  auf ihrer Abschiedstour. Wen das nicht lockt, ist selber schuld.

Tocotronic 2

Tocotronic

alexvargas3

Lola Marsh

lolamarsh6

Vimes

Gundelach2

 

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