37 Adventures Presents: Odd Numbers Volume 1 – Album Review

37 Adventures Presents: Odd Numbers Volume 1 – Album Review

Die Goldsucher

von Sebastian Meißner

Aus London weht immer frischer Wind. Die Metropole ist bekannt für ihren kreativen Sound, für die ständige Suche nach neuen Sounds und Trends. Das Indie-Label 37 Adventures gibt jungen Musikern aus aller Welt seit nunmehr drei Jahren eine Plattform. Mit viel Leidenschaft und Wagemut haben sie in ihrer kurzen Geschichte bereits einen beeindruckenden Katalog erarbeitet. Mit “37 Adventures Presents: Odd Numbers Volume 1” erschien nun eine erste Compilation des Labels, die Künstler wie JONES, salute, J Churcher sowie Ndella, Geowulf oder Krrum enthält. Allesamt Acts, die hierzulande bislang noch nicht groß in Erscheinung getreten sind. Und so ist dieses Album vor allem eine Fundgrube für Neugierige und Horizonterweiterer. Für Traditionalisten dagegen ist wenig dabei. Die Gitarre bleibt im Koffer.

Stattdessen dominieren Synthies, Dream-Pop-Arrangements und XXL-Melodien. Besonders gut bleibt „Saltwater“ im Ohr, die Debutsingle des Duos Geowulf. Auch Ndellas „Gone“ wirkt nachhaltig und zeigt, wie R’n’B im Jahr 2016 klingen kann. Und auch „So Many Details“ von Cautious Clay – ein zeitgemäßes Stück Großstadt-Pop – macht Laune. Der Gesamteindruck offenbart aber auch die Schwächen moderner Popmusik. Wie eine Schablone liegt die pulsierende 4/4-Bassdrum über allen Tracks. Dramaturgie und Atmosphäre sind bei allen Stücken dieser Zusammenstellung verdächtig ähnlich. Wut, Auflehnung, Exzess finden gar nicht statt. Der globalisierte Pop im Jahr 2016 ist introvertiert, melancholisch und sicherheitsorientiert. Die Idealisten von 37 Adventures werden ihren Anteil zur Wiederbelebung beitragen.

„37 Adventures Presents: Odd Numbers Volume 1″
 ist am 05.08.2016 bei 37 Adventures / PIAS/ Cooperative
 erschienen.

 

Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.