Brett Newski: Land Air Sea Garage – Album Review

Brett Newski: Land Air Sea Garage – Album Review

Brett Newski auf den Spuren von Ryan Adams, Elliott Smith und Conor Oberst

von Gérard Otremba

Wer seine Platte mit einem schwungvollen „Lalala“ beginnt, wie der amerikanische Songwriter Brett Newski es bei „Garage“, dem Opener seines neuen Werkes  Land Air Sea Garage, tut, hat schon gewonnen. Und wenn dazu noch die Gitarren in bester Jingle-Jangle-Manier jubilieren, The Byrds und Tom Petty zum Greifen nahe sind, Trompeten sich bis zu überschwänglicher Fanfarenhymnik steigern, dann hat das Americana-Genre einen neuen Star und der Hörer längst einen Ohrwurm mit Hit-Potential im Kopf. Ja, die knapp drei Minuten „Garage“ sind ein formidabler Auftakt von Land Air Sea Garage, den man so schnell nicht vergisst. Im anschließenden „Stranger“ pfeift Brett Newski auch noch wie Andrew Bird und erreicht mit diesem Alternative-Folk-Song die Klasse eines Elliott Smith. Wunderprächtig, ganz und gar wunderprächtig.

Das zackige „Mind At Large“ offenbart eine überbordende Euphorie mit weiblichen Backing Vocals, dringlichen Refrain und catchy Melodie. Diese fabelhafte Dreier-Ouvertüre muss man erst mal sacken lassen. Das tut Brett Newski auch zwei Minuten lang im nachfolgenden „Molly“, bevor mit ihm die Gäule durchgehen und er im Violent Femmes-Stil den Song nach Hause galoppiert. Aber der Sänger hat ja auch allen Grund zum Ausflippen, schließlich brennt der gute Freund Charlie mit seiner Flamme Molly durch. Ganz im Singer-Songwriter-Folk-Modus verbleibt das sehnsüchtige „I Won’t Die A Nun“, Ryan Adams müsste stolz auf den Song sein. Auf das rockige „My Blood’s Getting‘ Dirty & My Skin’s Wearin’ Thin“ sicher ebenfalls, den Newski schlägt hier gekonnt die Brücke von Ryan Adams zu Tom Petty & The Heartbreakers.

Man muss sich gar nicht erst die Mühe machen, auf Newskis Land Air Sea Garage nach schlechten Songs zu suchen, man wird schlicht nicht fündig. „Things You Don’t Wanna Do“ besitzt einen gewissen Beatles-Touch, das fast schunkelnde, sanft pathetische „Barcelona“ hinterlässt einen Hauch von Wehmut, während „Bending Spoons“ & Skipping Prayers“ zwischen den Violent Femmes und Chuck Ragan changiert, melancholische Gefühle nicht verbergend, denn ein Elliott Smith schleicht sich hier mitunter auch wieder ein. Und wenn die Lapsteel in „D.I.Y.“ vibriert, wird es einem schon bang ums Herz, obwohl Brett Newski den Song in bester Bright Eyes-Manier abfeiert. Irgendwo zwischen Conor Oberst, Bob Dylan, Ryan Adams und Elliott Smith reiht sich dann auch der Abschlusstrack „While The World Outside Dissolves“ ein. Man kann nur hoffen, dass Land Air Sea Garage der Durchbruch für Brett Newski wird. Es wäre ein verdienter.

„Land Air Sea Garage“ von Brett Newski erscheint am 12.08.2016 bei Make My Day Records / Indigo.

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