Snooker-Weltmeisterschaft 2016 – Das Halbfinale

Snooker-Weltmeisterschaft 2016 – Das Halbfinale

Mark Selby und Ding Junhui stehen im Finale der Snooker-WM 2016

von Gérard Otremba (Foto von barfisch Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Ding Junhui hat als erster Asiate das Finale der Snooker-Weltmeisterschaft erreicht. Der 29-jährige Chinese gewann sein Halbfinale gegen Alan McManus mit 17:11 Frames und trifft im heute beginnenden Endspiel auf Mark Selby. Der Weltranglistenerste setzte sich in einem wahren Marathonmatch mit 17:15 gegen Marco Fu durch. Für den 33-jährigen Engländer ist es die dritte Finalteilnahme nach 2007 (13:18 gegen John Higgins) und 2014 (18:14 gegen Ronnie O‘Sullivan), während Ding Junhui zum ersten Mal in seiner Karriere nach der Krone des Snooker-Sports greift.

In seinem Halbfinalmatch mit Alan McManus erwischte Ding Junhui einen Blitzstart, ging 9:3 in Führung und zeigte sich in brillanter Form. Zwar kämpfte der 45-jährige McManus in seiner ersten Vorschlussrundenpartie seit 23 Jahren verbissen, bewies seine gute Form mit insgesamt drei Centuries, verkürzte auf 7:9, doch zog Ding Junhui, der sich wie McManus erst für das Hauptfeld qualifizieren musste, auf 15:10 davon und ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Mit sieben Centuries stellte Junhui einen neuen Rekord für ein Snooker-WM-Halbfinale im Crucible Theatre zu Sheffield auf, die insgesamt zehn Centuries dieser Begegnung bedeuteten ebenfalls ein neue Bestmarke und die 1910 Punkte sammelte auch noch kein Spieler über diese Distanz.

Wesentlich zäher und langwieriger verlief die Partie zwischen Mark Selby und Marco Fu. Über eine Länge von fast dreizehn Stunden Spielzeit beharkten sich der Weltranglistenspitzenreiter und sein Kontrahent aus Hongkong (allein Frame 24 dauerte mehr als 76 Minuten) und überboten sich in der Finesse des Safety-Spiels. Nein, ein Offensiv-Feuerwerk wie noch bei Ding Junhui und Alan McManus bekamen die Zuschauer in Sheffield von den beiden nicht geboten. Es war bis zum Schluss eine enge Kiste, keiner der beiden Habfinalisten konnte sich einen beruhigenden Vorsprung erarbeiten, jede kleine Selby-Führung glich Fu postwendend wieder aus. Mit 12:12 ging es in die letzte und entscheidende Session, bevor das Drama in diesem Duell auf Augenhöhe im 32. Frame seinen Höhepunkt erreichte, als sich Selby und Fu 66 Minuten von einer grandiosen Safety in die nächste schickten.

Am Ende behielt Mark Selby als glücklicher Sieger die Oberhand. Im Finale gegen Ding Junhui wird Selby wieder sein ganzes Können und seinen enormen Fighting Spirit aufbieten müssen, um den bis dato glänzend in Form befindlichen Chinesen in die Schranken verweisen zu können. Einen Favoriten für das Snooker-WM-Endspiel 2016 kann man nur schwer ausmachen, auch wenn mit Selby der Weltranglistenführende gegen den „nur“ an Position 17 geführten Ding Junhui antritt. Die Spannung wächst…

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