Paper Tigers: Head Over Heels – Album Review

Paper Tigers: Head Over Heels – Album Review

Das dänische Quartett Paper Tigers mischt munter den Rock’n’Roll der 60er und 70er mit dem Brit-Pop der 90er

von Gérard Otremba

Unlängst hatte Sounds & Books das Debütalbum der australischen Band DMA’s vorgestellt, die so schön im Brit-Pop der 90er wilderte. Auch die holländische Formation Taymir hat sich auf Phosphene ganz dem britischen Pop-Rock hingegeben und nun folgt die Combo Paper Tigers aus Dänemark. Sänger und Gitarrist Linus Valdemar sowie sein Bruder und Bassist Andreas sind von ihrem Vater, einem in dänischen Gefilden bekannten Folk-Sänger, früh mit dem Rock’n’Roll-Sound der Sixties, auf den sich wiederum der Brit-Pop der 90er bezieht, bekannt gemacht worden, ein Umstand, der nicht zu ihrem Nachteil gereichte und von dem man sich nun auf dem Paper Tigers-Debütalbum Head Over Heels überzeugen kann.

Gemeinsam mit Keyboarder Sebastian Martin und Schlagzeuger Niklas Løvén begeben sich die Valdemar-Brüder auf eine herrliche Zeitreise in die 60er, 70er und 90er Jahre. Der Opener „Turn You On“ badet bereits in überschwänglichen und ausladenden Hooks, gepaart mit an The Who erinnernden Gitarren-Riffs. Der Titelsong “Head Over Heels“ ist ein Ausbund an Ladhaftigkeit, wie ihn Oasis und Liam Gallagher nicht besser hinbekommen könnten. Ein mächtig treibender und schwitzender zweieinhalb Minuten langer Track mit jubilierenden „Uhuhuh“-Chören und allem, was einen aufregenden und eingängigen Power-Pop-Rock-Song ausmacht. Euphorisch und ekstatisch. Mit viel The Sweet-Glam überziehen Paper Tigers „Better Than Nothing“ und „Never Before“ und gönnen sich kaum Ruhe, lediglich „The Devil May Care“ gerät balladesk-hymnisch und „All Inside My Mind“ verträumt und entrückt.

Doch schon in „This Is Not Alright“ stürzt sich das Quartett aus Kopenhagen ins Rock’n’Roll-Abenteuer, das die Rolling Stones mit Oasis verbindet. „We Should Head Home“ gerät teilweise wüst und aus dem Ruder, „Cave Man“ greift das Gitarrenspiel eines Lenny Kravitz auf und „The Nights Are Not Meant For Sleep“ feiert ausgelassen und aufgekratzt den jugendlichen Mythos des Rock’n’Roll. Ganz zum Schluss erinnern sich die Dänen mit der Piano-Ballade „Goodbye“ an die Beatles, den expressiven Liam Gallagher-Gesangsstil nutzend. Head Over Heels von Paper Tigers ist ein stürmisches Debütalbum mit einigen hitverdächtigen Rock’n‘Roll-Songs.

„Head Over Heels“ von Paper Tigers ist am 04.03.2016 bei brillJant Sounds / Indigo / Believe Digital erschienen.

 

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