Zum Tod von David Bowie – Ein Nachruf

Zum Tod von David Bowie – Ein Nachruf

Der britische Sänger und Musiker David Bowie stirbt im Alter von 69 Jahren an einem Krebsleiden

von Gérard Otremba (Beitragsfoto: Brian Ward, The David Bowie Archive)

Mit David Bowie verliert die Popwelt eine ihrer schillerndsten, facettenreichsten und kreativsten Persönlichkeiten. Nur zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag und der Veröffentlichung seines 25. Studioalbums Blackstar, verstarb David Bowie an einer Krebserkrankung. Der Aufstieg zu einer Ikone des Popbusiness begann für den am 08.01.1947 im Londoner Stadtteil Brixton als David Robert Jones geborenen Sänger im Jahre 1969 mit dem Single-Hit „Space Oddity“, der sich jeglicher bis dato bekannter Rock-Pop-Genres entzog. Bowies „Major Tom“ war eine von zahlreichen Figuren, die man mit dem wohl wandlungsfähigsten aller Pop-Künstler in Verbindung bringt.

In den folgenden 70er Jahren prägte er die Glam-Rock-Zeit und stieg mit dem Album The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars zum Star der Rock-Pop-Szene auf. Mit „Ziggy Stardust“ erschuf er sein nächstes Altes Ego, das nur wenige Jahre später vom „Thin White Duke“ abgelöst werden sollte. Musikalisch ging die Show des Rock-Chamäleons weiter mit Soul und Rhythm & Blues („Young Americans“), bevor er sich ab 1976 der elektronischen Popmusik verschrieb, die zunächst auf Station To Station und anschließend in seiner „Berlin-Trilogie“ (Low, Heroes, Lodger) Ausdruck fand. Mit der Single „Heroes“ landete David Bowie einen Mega-Hit, der aus den sonst völlig unterkühlten Produktionen dieser Ära mit Leidenschaft und hymnischem Pathos herausstach. Drei Jahre später holte Bowie „Major Tom“ zurück („Ashes To Ashes“) und eroberte den Mainstream-Pop spätestens 1983 mit „Let’s Dance“ und dem anschließenden „China Girl“. So massenkompatibel war weder die Zeit davor, noch danach.

Stattdessen setzte David Bowie fortan wieder auf mehr Experimente in seinem Sound, die aber an die innovativen Alben der 70er Jahre nicht mehr anzuknüpfen vermochten. Weder der harte Rock der zwei Tin Machine-Alben von 1989 und 1991, noch die anschließenden Solo-Alben, von Earthling aus dem Jahre 1997 vielleicht mal abgesehen. Nach einem Herzinfarkt im Anschluss an seinen Auftritt beim Scheeßel-Open-Air 2004 zog sich David Bowie zurück, gab keine Konzerte und Interviews mehr und überraschte erst 2013 mit seinem Comeback-Album The Next Day. Warum sein Titeltrack des just erschienenen Albums Blackstar teilweise entrückt, befremdlich, distanziert und gespenstisch wirkt, mag man nun vielleicht erahnen. Trotz seines spärlichen Auftretens in der letzten Dekade hinterlässt David Bowie, der sich auch als Schauspieler in Szene setzte, Lou Reeds wegweisendes Album Transformer produzierte, mit Iggy Pop bei Lust For Life zusammenarbeitete und für Mott The Hoople mit „All TheYoung Dudes“ einen Hit schrieb, eine schmerzliche Lücke im Rock-Pop-Zirkus. Ein brillanter Musiker, dem zu folgen nicht immer einfach (und manchmal gar unmöglich) war, ist von uns gegangen. David Bowie wird fehlen.

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