U3000: Wir haben euch belogen – Album Review

U3000: Wir haben euch belogen – Album Review

Mit dem Debütalbum auf die Gewinnerstraße im deutschen Pop

von Gérard Otremba

Sie sind „fest entschlossene Popper“ und genau das machen sie auch: Pop-Musik. Das in Hannover groß gewordene und in der Zwischenzeit in Berlin beheimatete Quartett U3000 greift auf seinem Debütalbum Wir haben euch belogen auf musikalische Zeiten der End-70er und Früh-80er zurück und verbindet einen flächendecken Synthie-Sound mit harmonischer Gitarrenmelodieseligkeit. Die Songs von Hannes Wesendonk (Gesang, Bass), Mika Amsterdam (Gitarre, Gesang), Anska Rot (Schlagzeug) und Nathan Juno (Synthesizer) bedienen sich im New Wave sowie im Indie-Pop und changieren zwischen betont tanzbaren Grooves und verträumter Nachdenklichkeit. Flott, cool und lässig beginnt Wir haben euch belogen mit dem markanten, bereits letztes Jahr als Single veröffentlichten „Niemals“. Eine abgemilderte The Clash-Punk-Attitüde macht sich bemerkbar, sloganhafte Textzeilen des zweistimmigen Gesangs eignen sich als Wiedererkennungsmerkmal, eine erste Trademark-Bandhymne ist geboren.

Ebenfalls zur Hymne avanciert das von einer fanfarenartigen Trompete befeuerte „Gewinner“ sowie der Titelsong „Wir haben euch belogen“, das sich zwischen The Cure und Joy Division sehr wohl fühlt und wo sich Euphorie und Melancholie die Waage halten. Sanfte Momente in „Sonne“ und „Kann es sein“ lassen einen intimen, gar lieblichen Charakter zu, doch bewahren die poetisch-nachdenklichen Texte die Stücke vor dem Kitsch. Mit der gehauchten Systemkritik in „Terrorist“, dem pulsierenden und liebestrunkenen „Galaxie“ sowie dem mächtigen „Odyssee im Weltraum“ (letztgenannte Songs beschließen das Album) setzen U3000 weitere Highlights. 23 Wochen verbrachte die Band für die Albumaufnahmen im Studio, eine lohnenswerte zeitliche Investition, bringt Wir haben euch belogen U3000 definitiv auf die Gewinnerstraße des deutschen Pop.

„Wir haben euch belogen“ von U3000 ist am 30.10.2015 bei Freudenhaus Recordings / Soulfood erschienen.

 

 

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