Gérard bloggt weiter zum Berlin-Marathon 2015

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Ein enttäuschender 10-KM-Testlauf

von Gérard Otremba

Eines Tages musste es so kommen. Nachdem ich schlechtem Wetter in den letzten Wochen immer sehr gut ausweichen konnte, erwischte es mich nun am Dienstag. Regen macht mir wahrlich nichts aus, aber dass der Himmel seine Pforten ausgerechnet beim Tempotraining auf der Bahn über mich öffnen musste und ich pitsche-patsche nass wurde, war dann eher suboptimal. 5×1000 Meter in jeweils 3:50 Minuten stand auf dem Trainingsplan, eine Richtzeit, die ich leider um einige Sekunden verfehlte. Ich pendelte mich zwischen 3:54 und 4:00 ein, lediglich der dritter Tausender verlief mit 3:51 zufriedenstellend, trotz zwei Fast-Karambolagen mit den Fraggles des HSV-Leichtathletik-Sommercamps, die um mich herumwuselten.

Bei einem Puls von 144 bis 153 war eigentlich alles okay, aber wahrscheinlich macht sich die zweimonatige Trainingspause zwischen April und Juni bei mir in diesem Tempobereich nun bemerkbar, denn fünfmal Tausend um 3:50 laufe ich bei normaler Vorbereitung im Prinzip ohne Probleme, wie ich nicht zuletzt während und dank des Trainings beim Hamburger Sportclub in den letzten zwei Jahren erfahren durfte. Und dass mir mein T-Shirt bereits beim dritten Lauf am Oberkörper festklebte und sich wie zwei Kilo Übergewicht anfühlte, kann nicht wirklich für die doch enttäuschenden Zeiten verantwortlich sein. Der Nieselregen am Mittwoch fühlte sich vergleichsweise wohltuend an, die 16 KM Joggen absolvierte ich in souveränen 5:43 im Schnitt und auch die Einheiten am Donnerstag und Samstag standen im Zeichen des regenerativen Laufes. Neun, respektive fünf Kilometer in 5:50 bei einem Puls von 115, die reinste Erholung.

Nach den Erfahrungen vom Dienstagstraining wunderte mich die fehlende, vernünftige Tempohärte über zehn Kilometer nicht. Dass ich allerdings beim heutigen Testlauf lediglich nach 42:59 Minuten ins Ziel lief, erschreckte mich dann doch. Nun ist der 10-KM-Lauf wahrlich nicht meine Paradedisziplin. Mit fokussiertem Training habe ich es letztes Jahr beim Alsterlauf auf eine 40:15 gebracht. Mit dieser Bestzeit im Hinterkopf sowie meiner bisher gut verlaufenden Marathonvorbereitung erwartete ich eine Zeit von circa 41:30, die mich letztendlich zufriedengestellt hätte. Aber die 42:59 lassen mich verdattert, sprachlos und enttäuscht zurück. Okay, es war ein Trainingslauf und kein Wettkampf, es war angenehm warm und es fühlte sich definitiv schneller an. War es aber nicht. Den Schnitt von 4:17 unterschreibe ich für den Marathon sofort, bei zehn Kilometern muss er deutlich darunter liegen. Den Anspruch stelle ich an mich. Straftraining hilft jetzt auch nicht, aber ich werde mich zurückziehen, in Klausur gehen und am Dienstag mit einem Dauerlauf weiter machen. Vom Ziel einer neuen Bestzeit beim Berlin-Marathon rücke ich zwar nicht ab, den heutigen Tiefschlag muss ich aber erst mal verdauen. Noch fünf Wochen bis zum Marathon…

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