Ryan Adams: Ten Songs From Live At Carnegie Hall – Album Review

Ryan Adams: Ten Songs From Live At Carnegie Hall – Album Review

Höhepunkte zweier Solo-Konzerte aus New Yorks berühmter Konzerthalle

von Gérard Otremba

Im November 2014 gab Ryan Adams in der New Yorker Carnegie Hall zwei bewegende Konzerte. Im Gegensatz zu seinem Hamburg-Konzert vor wenigen Wochen, trat der 40-jährige Songwriter aus Jacksonville in New Yorks berühmter Konzerthalle solo auf. Aus den insgesamt 42 gespielten Songs sind nun zehn für die vorliegende Live-CD ausgesucht worden. Zwar nur zehn, aber die haben es in sich. Zwei seiner schönsten und besten Songs geben den Rahmen für Ten Songs Live At Carnegie Hall.

Mit „Oh My Sweet Carolina“ beginnt das Live-Album und es ist gar nicht die sonst so bekannt barmende Stimme Adams‘, die den Song hier so unwiderstehlich macht. Es ist die Ruhe, die Bedächtigkeit, die behutsame Sehnsucht, die diese Interpretation seines Klassikers aus dem Debütalbum Heartbreaker auszeichnet. Zwei hinreißende Harp-Einlagen inklusive. Aus eben jenem Longplayer stammt auch das letzte Stück von Ten Songs…, „Come Pick Me Up“. Das Barmen hier wesentlich markanter, doch die Nachdenklichkeit, die Sanftheit, mit der Adams zu Werke geht, obsiegt und berührt zutiefst. Ryan Adams entwickelt eine wärmende Zuneigung seinen Songs gegenüber, so dass „Nobody Girl“, beim Hamburg-Gig zum Rock-Monolithen stilisiert, in der akustischen Solo-Fassung an Tiefe gewinnt.

Eine Liebeserklärung an die Stadt, in der man soeben auftritt („New York, New York“) kommt beim Publikum natürlich ganz besonders gut an. „Sylvia Plath“ am Piano hat nichts von seiner 15-jährigen Wirkung verloren und die skelettierten Versionen der drei neuen Songs „My Wrecking Ball“, „Gimme Something Good“ und „Kim“ von seiner letzten selbstbetitelten Platte funktionieren auf Ten Songs… ganz wunderprächtig, was daran liegt, dass Ryan Adams ein Genie ist und es einen ständig wissen lässt. Ein Muss für alle Ryan Adams-Fans ist Ten Songs From Live At Carnegie Hall allein aufgrund der bisher unveröffentlichten und hier enthaltenen Songs „This Is Where We Meet In My Mind“ und „How Much Light“. Und für alle, die exzellente Songwriter-Musik lieben sowieso.

„Ten Songs From Live At Carnegie Hall“ von Ryan Adams ist am 05.06.2015 bei Paxam / Sony Music erschienen.

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