Waxahatchee: Ivy Tripp – Album Review

Waxahatchee: Ivy Tripp – Album Review

Abwechslungsreicher und entdeckungswürdiger Indie-Rock-Pop

von Gérard Otremba

Nach einem Fluss in ihrer Heimat Alabama hat die Musikerin Katie Crutchfield ihr Soloprojekt benannt. Der Name Waxahatchee klingt mysteriös und irgendwie verspielt und niedlich, doch nur selten ist es auch die Musik auf Ivy Tripp, dem dritten Album von Waxahatchee. Beim Song „La Loose“ auf jeden Fall, wenn naiv-verspulte Eighties-Keyboard-Electro-Reminiszenzen die spielerischen Pop-Elemente in der Musik von Katie Crutchfield hervorheben. In mystisch-mysteriösen und traumhaften Klanggefilden bewegt sich Waxahatchee in „Blue“, ein in sich gekehrter, mit verhaltener E-Gitarre vorgetragener, fließender, ganz zarter Song. Ähnlich zurückhaltend agiert Crutchfield während der bezaubernden, akustischen Folk-Nummer „Summer Of Love“ und richtig intim wird es mit der Piano-Ballade „Half Moon“, die im schönen Kontrast zum Opener „Breathless“ steht, wo eine verzerrte Gitarre und im Hintergrund brummende Synthies eine gespenstische Stimmung erzeugen.

Ansonsten rockt es auf Ivy Tripp ganz famos. „Under A Rock“ ist entwaffnender Garagen-Rock mit DIY-Attitüde und einem ausgeprägten Hang zur Indie-Pop-Melodie. Grunge artigen Indie-Rock liefert Crutchfield mit „Poison“, verhaltenen Shoegazer-Indie-Rock auf „The Dirt“, unterschwellig immer einem bezaubernden Harmonie-Pop dienend. Allen diesen flotten Rock-Stücken ist eine sehr kurze Spielzeit eigen, in kaum mehr als zwei Minuten kommt Katie Crutchfield auf den Punkt, erinnert beim noch kürzeren „Grey Hair“ an Liz Phair und ähnelt im Ansatz somit der geistesverwandten Courtney Barnett. Eine leicht schräge Indie-Pop-Note erfährt der Song „<“, während „Air“ passenderweise eine luftige, sanft abgehobene Atmosphäre vermittelt. Wie im Eröffnungssong „Breathless“, zieht sich auch im abschließenden „Bonfire“ eine verzerrte Gitarre prägnant durch die Komposition, ein stoischer, fast gelangweilter Drumbeat und die fragilen Vocals von Katie Crutchfield sowie eine zweite, gar liebliche Gitarre geben dem Song eine düster-hoffnungsvolle Stimmung. Ivy Tripp von Waxahatchee ist ein, trotz 13 Songs, kurzes, sehr abwechslungsreiches und entdeckungswürdiges Indie-Rock-Pop-Album geworden.

„Ivy Tripp“ von Waxahatchee ist am 03.04.2015 bei Wichita Records / Pias erschienen.

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