Brian Lopez: Static Noise – Album Review

Brian Lopez: Static Noise – Album Review

Psychedelic-Pop und große Melodien

von Gérard Otremba

Die Stimme von Brian Lopez erinnert auf so unsagbar schöne Weise an den viel zu früh verstorbenen Jeff Buckley. Der Musiker aus Tucson, Arizona, brilliert mit seiner Vokalakrobatik und trifft einen mitten ins Herz. Mit Static Noise, seinem zweiten Album nach Ultra aus dem Jahr 2011, macht Brian Lopez einen großen Schritt vorwärts, die Kompositionen wirken gereifter, dringlicher, rockiger und gleichzeitig erhabener. Der Psychedelic-Pop-Rock im Opener „Mercury In Retrogade“ verschmilzt Syd Barrett und Tim Buckley, die offensive Gitarrenwucht weicht nach der Hälfte einem herzerweichenden, samtweichen und sehnsüchtigen Balladenteil. „Modern Man“ verbindet den kalifornischen Flower-Power-Pop mit Swinging London und Brit-Pop, während Lopez bei „Wrong Or Wright“ den Crooner in Jeff Buckley-Manier gibt, barmend, ausladend-opulent, die ganz große Pop-Geste, mit Streichern und weiblichen Backing Vocals.

Der Flamenco in „Glass House“ vibriert und begibt sich auf einen LSD-Trip und vor dem schmissigen The Zombies-Cover „She’s Not There“ legt Brian Lopez alles in sein Stimme für die lieblich-melancholische und durch Mariachi-Trompeten doch ins Pathos geführte Gospel-Soul-Ballade „When I Was A Mountain“. Ganz ähnlich ergeht es ihm im Titelsong „Static Noise“, einer Piano-Ballade im Stil von Rufus Wainwright, ohne dessen Popanz. Im Rock’n’Roll mit Pop-Appeal von „Crossfire Cross“ huldigt Lopez mit Roy Orbison einen der ganz Großen des Geschäfts und das sehr stilvoll. „World Unknown“ changiert zwischen ausufernder Dramatik und sehnsüchtiger Schönheit. Beschwingten Sixties-Pop mit Saxophon und Trompete bietet „I Don’t“, feinfühlige Grandezza und filigrane Eleganz das anschließende „Persophone“. Mit dem Fifties-Pop-Song „Goodnight“ beendet Brian Lopez Static Noise, das ein vielseitiges, abwechslungsreiches und liebenswertes Album geworden ist.

„Static Noise“ von Brian Lopez ist am 17.04.2015 bei IMG India Records / Rough Trade erschienen.

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