The Grateful Dead: The Best Of – Album Review

The Grateful Dead: The Best Of – Album Review

Der Einstieg in das Grateful Dead-Werk

von Gérard Otremba

Es ist manchmal immer wieder erstaunlich und verblüffend. Obwohl der Hippie-Musik der End-60er und Früh-70er seit vielen, vielen Jahren sehr verbunden und zeitweise tief hinabgetaucht in die Welt der Doors, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Buffalo Springfield, The Velvet Underground und einigen mehr, blieben The Grateful Dead immer irgendwie außen vor. Auch der Kauf des überall angepriesenen Albums Aoxomoxoa überzeugte vor etlichen Jahren nicht wirklich und ließ mich eher ratlos zurück. Aber vielleicht ändert sich das Verhältnis zur Vorzeigeband aus Height Ashbury, San Francisco, demnächst doch noch, schließlich ist nun das Doppel-Album „The Best Of The Grateful Dead“ erschienen und die Einführung in das Euvre einer langgedienten Band samt opulenten Backkatalog mittels Best-Of-Platten hat schon vor über 30 Jahren funktioniert. Damals begann das Musikfieber mit „The Beatles – 20 Greatest Hits“, „The Very Best Of The Beach Boys“ (Doppel-LP), „The All-Time Greatest Hits Of Roy Orbison“ (Doppel-LP), „Rolled Gold – The Very Best Of The Rolling Stones“ (Doppel-LP), „ABBA – The Singles“ (natürlich Doppel-LP), den ebenfalls auf zwei Platten ausgebreiteten The Kinks- und The Byrds-Collection sowie den „16 Original Hits Of The Everly Brothers“.

Die waren jedoch sehr kurz und passten auf eine Plattenlänge. Compilations, die den Weg in die richtige Richtung bereiteten. Die Doppel-CD The Best Of The Grateful Dead umfasst den Veröffentlichungszeitraum von 1967 bis 1989 und enthält von The Grateful Dead bis Built To Last Songs sämtlicher Studioalben (insgesamt 32 an der Zahl), die Jerry Garcia, Bob Weir, Phil Lesh und Bill Kreutzmann mit wechselnden Musikern aufgenommen haben. Natürlich kommt der Musikenthusiast nicht an „The Golden Road (To Unlimited Devotion)“, „Dark Star“, „Box Of Rain“ oder „Sugar Magnolia“ vorbei, viel zu verwandt sind die Stücke mit den Meisterwerken der schon längst geliebten Crosby, Stills, Nash & Young. The Best Of The Grateful Dead macht Lust auf mehr. Alben wie das selbstbetitelte Debüt, Anthem Of The Sun, Workingman’s Dead und American Beauty wandern demnächst sicherlich ins Platten-CD-Regal, womit der Zweck einer Best-Of-Compilation erfüllt wäre. Wird vielleicht doch noch eine späte Liebe zu The Grateful Dead. Aber bekanntlich ist es nie zu spät für eine neue Liebe.

„The Best Of“ von The Grateful Dead ist am 20.03.2015 bei Rhino / Warner Music erschienen.

Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.