Laura Marling: Short Movie – Album Review

Laura Marling: Short Movie – Album Review

Neues Meisterwerk der britischen Songwriterin Laura Marling

von Gérard Otremba

Hier ist es. Das nächste Meisterwerk der britischen Musikerin Laura Marling. Waren die ersten beiden Alben, Alas I Cannot Swim und I Speak Because I Can, der immer noch erst 25-jährigen Folksängerin mindestens beeindruckend, spielt sie seit A Creature I Don’t Know in einer eigenen Liga des zeitgenössischen Folk-Pop und steigt mit Once I was An Eagle 2013 endgültig in den Songwriter-Olymp. Auf ihrem fünften Album Short Movie klingt Laura Marling immer noch wie die Tochter von Joni Mitchell, ihren Folk-Pop-Kompositionen verleiht sie jedoch neue Richtungswechsel. Standen jazzartige Ausschweifungen bei Once I Was An Eagle durchaus auf dem Programm, wendet sich Marling auf Short Movie nuanciert dem Indie-Pop-Rock zu. Sanft, aber düster und verstörend, in eine verhuschte Geräuschkulisse eintauchend, sich mit akustischer Gitarre begleitend, beginnt Laura Marling ein abwechslungsreiches und phänomenales neues Werk. „False Hope“ steigert sich zum abgedrehten Indie-Rock in der Tradition von Patti Smith, PJ Harvey und Liz Phair, laut und berauschend.

Obwohl nur von Streichern und akustischen Gitarren begleitet, wirkt „Feel Your Love“ gehetzt und getrieben, während „Walk Alone“ den verspielt-entrückten Kontrapunkt setzt. Laura Marling weidet sich in ihren Introspektiven und beherrscht diese in allen denkbaren Facetten. Percussiver Galopp und Sprechgesang in „Strange“, im Chrissie Hynde-Pretenders-meets-PJ-Harvey-Rhythmus in „Don’t Let Me Bring You Down“ und eine in Bedrohlichkeit ausartende Zartheit in „Easy“. Allerschönsten, lässigen Gitarren-Indie-Pop bietet „Gurdjieff’s Daughter“, für alle Freunde der Go-Betweens-Hymnik und „Divine“ berührt mit verträumter Romantik zutiefst. Klassischer Joni Mitchell-Jazz-Pop begegnet uns in „How Can I“ und an Jeff Buckley erinnernde Introvertiertheit in „Howl At The Moon“. Der Titelsong „Short Movie“ entwickelt sich zum nervenzerfetzenden Indie-Rock, das anmutige und entrückte „Worship“ beendet ein spannungsvolles, dichtes und intensives Album. Laura Marling ist eine begnadete Songwriterin und Short Movie der neue Beweis für die Ausnahmestellung dieser Künstlerin. Drittes Meisterwerk hintereinander und ein großer Favorit auf das Album des Jahres bei Pop-Polit.

„Short Movie“ von Laura Marling erscheint am 20.03.2015 bei Virgin EMI Records / Caroline.
http://vevo.ly/4nKWUX

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