Dawa: Psithurisma – Album Review

Dawa: Psithurisma – Album Review

Anmutige, melancholische und ausgefeilte Folk-Arrangements

von Gérard Otremba

Wir sind mittendrin in der Neuen Österreichischen Welle. Bands wie Wanda, Bilderbuch, Garish, Gustav, Hacklerberry Pi & Die faulen Kompromisse und natürlich schon etwas länger Ja, Panik rücken immer mehr in das musikalische Bewusstsein und auch die Wiener Formation Dawa sollte sich mit ihrem neuen Album Psithurisma in den Fokus der Musikinteressierten katapultieren. Das Quartett um Namensgeber, Sänger und Gitarrist John Dawa, der von Barbara Wiesinger am Gesang und an den Percussion, von Laura Pudelek am Cello und Oama Richson (ebenfalls Percussion) begleitet wird, hat sich einem anmutigen Songwriter-Folk mit untergründigen Nuancen verpflichtet. Ganz zart zupft sich John Dawa durch sein Gitarrenspiel im Titel gebenden Eröffnungssong „Psithurisma“, sanft haucht er seinen Text ins Mikro, ohne larmoyant zu wirken, von einem im Hintergrund schwebenden Keyboardteppich umfangen.

Ein herzergreifender Plattenbeginn, gefolgt vom folkigen „Dying Star“, das mit sich überlappenden Dawa/Wiesinger-Vocals einen souligen Touch erhält. Psithurisma, das zweite Album von Dawa, ist von harmonischen Arrangements durchzogen, sparsam instrumentiert und doch mit überraschenden Wendungen verziert. „If You Return“ zum Beispiel bugsiert sich mit viel stimmlichem Soul-Blues in den Himmel, „Saloon“ kommt im Country-Folk-Roll-Modus daher, hier rasselt es schon fast wie bei Mumford & Sons, und die Folk-Romantik von „Pushed“ erfährt schmerzhafte und dunkle Untertöne. Das Cello in „On The Run“ konterkariert aufs Schönste den vorwärtstreibenden Folk-Beat, Glockenspiel und Duett-Gesang veredeln den Song. Folk mit doppeltem Boden bietet „Unexpectedly“ und das abschließende „Owe You“ wird von trauriger Melancholie getragen. Schön, einfach nur schön, das neue Album von Dawa.

„Psithurisma“ von Dawa ist am 27.02.2015 bei LasVegas Records / Rough Trade erschienen.

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