Tom Mess: Ford – Album Review

Tom Mess: Ford – Album Review

Alternative-Country-Rock aus Karlsruhe

von Gérard Otremba

Der aus Karlsruhe stammende Musiker Tom Mess heißt eigentlich Thomas Hauf und spielte vor einigen Jahren in der Punkrockband Madstateworld. Nach Beendigung des Bandprojekts begab sich Tom Mess auf Solo-Pfaden, tourte in den USA und durch Europa, spielte im Vorprogramm von Chuck Ragan, nahm mir Vice Love und Dead Calm zwei Singer-Songwriter-Alben auf und entschloss sich, für sein neues Album wieder rockiger zu klingen. Auf Ford spielt Tom Mess neben der Gitarre auch das Schlagzeug und wird von Matthias Müller am Bass, der Lap Steel und dem Banjo begleitet. Ford ist ein gelungenes Alternative-Country-Rock-Album geworden, ganz im Geiste der frühen Wilco-Platten mit dem Touch eines Ryan Adams.

Tom Mess‘ charismatische dunkle Baritonstimme trägt die Songs fast allein, aber das melodiöse Midtempo vom Eröffnungssong „Gloria“, die Tom Petty-Affinität bei „Rain“, der Rock’n‘Roll von „Grey & Blue“ oder der Indie-Americana-Rock in „Half Empty Heart“ sind dann aber doch passend und stimmig und reißen einen mit. Das reduzierte, verschleppte Tempo in „Old Shine“, „Just Hell“ und „Good For Now“ hält, gepaart mit den rauen Vocals, die barmende Ryan Adams-Essenz parat. Die häufig begleitende Lap Steel-Gitarre jault vortrefflich, ganz besonders bei „Last Round“. Und auch der bereits erwähnte Chuck Ragan schimmert in „Bourbon Hills“ durch. So darf ein Alternative-Country-Album aus deutschen Landen klingen: kraftvoll und melodiös, aber eben auch ruhig und romantisch. Gut gemacht, Tom Mess.

„Ford“ von Tom Mess ist im Dezember 2014 bei Red Lounge Records erschienen.

Kommentar schreiben

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.