Allah-Las live im Hamburger Mojo Club – Konzertreview

Allah-Las live im Hamburger Mojo Club – Konzertreview

Verhallter Psychedelic-Rock-Pop

von Gérard Otremba (Beitragsfoto: Nolan Hall)

Bevor sich die in Los Angeles beheimateten Allah-Las in ihren Psychedelic-Trip stürzen, eröffnet das Berliner Quartett The Mokkers kurz nach 21 Uhr den Konzertabend am 14.10.2014 im Hamburger Mojo Club unter der Reeperbahn. Drei junge Damen an Gitarren, Bass und Gesang sowie ein Schlagzeuger heizen dem zahlreich erschienenen Publikum mit einer formidablen Mischung aus Garage-Rock, Beat-Pop, Postpunk, Surf-Rock, Shoegazer-Rock, Country-Noir-Rock bis hin zum Schrammelrock mächtig ein. Der Auftritt von The Mokkers macht Spaß, macht Laune und lädt zum Tanzen und Headbangen ein. Was will man mehr von einem halbstündigen Support verlangen? Kurz nach 22 Uhr erscheinen die Herren von Allah-Las auf der Bühne des Mojo Clubs, doch zunächst noch für einen kurzen Soundcheck. Sieben Minuten später beginnen Miles Michaud, Pedrum Siadatian, Spencer Dunham, Matthew Correia sowie ein zusätzlicher Percussionist dann endgültig das Konzert und versetzen die Hamburger Fans für die kommenden 70 Minuten in einen rauschhaften, ekstatischen Zustand.

Die Jingle-Jangle-Byrds-Gitarren, die entrückten „Ahahah“-Chöre, das Percussion-Getrommel, der verhallte Gesang, willkommen im West-Coast-Sound der Sixties. Ein herrlich drogengeschwängerter, hippieesker Psychedelic-Klang, melodieverliebt und mit ganz viel Liebe zum Pop arrangiert. Die Setlist setzt sich aus einer fifty-fifty-Mischung der beiden bisher veröffentlichten Platten, des selbstbetitelten Albums von 2012 sowie des kürzlich erschienenen Longplayers Worship The Sun. So stehen dann „Had It All“, „Follow You Down“, „Buffalo Nickel“ „Artifact“ und „Better Than Mine“ gleichberechtigt neben „Busmans Holiday“, „Catalina“, „Sandy“, „Catamaran“ und „Long Journey“. Einzig der extrem hohe Gesangshall-Faktor mag nicht bei jedem Song zünden, die Texte schweben gleichsam wenig verständlich und spacig durch Raum und Zeit. Aber der Trip, den die Allah-Las uns bescheren ist zweifellos ein guter. Mit den euphorischen Zugaben „Tell Me (What’s On Your Mind)“ und „Every Girl“ beenden die Allah-Las den Auftritt, der wieder die Lust nach mehr Sixties-Musik, dem Sound des goldenen Zeitalters der Rockmusik, weckt.

 

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