Daisy Victoria: Heart Full Of Beef – EP Review

Famoser Indie-Rock-Pop zwischen PJ Harvey, Anna Calvi und St. Vincent

von Gérard Otremba

Mit Heart Full Of Beef stellt die englische Songwriterin Daisy Victoria ihre Debüt-EP vor. Der Sängerin und Gitarristin gelingt auf der fünf Songs umfassenden EP der zeitlich-musikalische Spagat zwischen der jungen PJ Harvey, Anna Calvi, St. Vincent und Kate Bush. Mit dem Titelsong „Heart Full Of Beef“ legt Daisy Victoria los, die Indie-Rock-Gitarre in Alarmbereitschaft, Bass und Schlagzeug im schrägen Anschlag, Victorias Stimme theatralisch in alle Höhen reichend, fordernd und sexy. The Velvet Underground treffen auf PJ Harvey aus dem Jahre 1992, wild, bedrohlich und intensiv. Bester Post-Punk-Underground. Im treibenden, New Wave artigen „Macbeth To My Lady“ verführt Daisy Victoria mit ihrem verletzlichen Gesang, und doch wirkt der Song wesentlich dunkler und mystischer, jedoch nicht weniger faszinierend als der Opener. Im düsteren, verhangenen „Cloths“ singt Daisy Victoria wie eine Muse von Nick Cave, geheimnisvoller Indie-Romantic-Pop. In einem lässigen Indie-Rockabilly-Rhythmus galoppiert „Secret Garden Path“ los, der sehnsüchtige, melancholische, fast gehauchte Gesang Victorias erhält eine mysteriöse Indie-Pop-Note und im abschließenden „Tree“ wird es endgültig verwunschen und poetisch. Gesanglich einer Kate Bush zeitweise sehr nahekommend, mal himmlisch abgehoben, mal unendlich tief, bleibt der begleitende Bandsound sanft verschleiert, aber erhaben und majestätisch, Robert Smith von The Cure, oder den Damen von Warpaint dürfte das sicherlich gefallen, mir auch. Heart Full Of Beef von Daisy Victoria ist eine ganz famose EP, wir warten gespannt auf den ersten Longplayer.

Weitere Infos zu Daisy Victoria unter www.facebook.com/daisyvic und http://daisyvictoria.bandcamp.com/

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