Tiny Ruins: Brightly Painted One – Album Review

Berührend intimer Folk aus Neuseeland

von Gérard Otremba

Ach, was wird mir das Herz so schwer. Folkmusik lebt. Wo früher Joni Mitchell innere Befindlichkeiten auslotete, so sind es heute Musikerinnen wie die Engländerin Laura Marling, die Amerikanerin Marissa Nadler oder die Neuseeländerin Hollie Fullbrook, die die Folkmusik auf wunderbare Weise in die Gegenwart führen. Hollie Fullbrook ist die Stimme hinter Tiny Ruins und veröffentlichte unter diesem Namen im Jahr 2011 mit Some Were Meant For Sea ihr Debütalbum. In der Zwischenzeit sind mit Bassist Cass Basil und Schlagzeuger Alexander Freer zwei feste Musiker an ihre Seite gerückt. Und da sich Hollie Fullbrook für die Einspielung von Brightly Painted One weitere Musiker ins Studio geholt hat, klingt der neue Longplayer von Tiny Ruins vielschichtiger als das karg instrumentalisierte Debüt. Violine, Cello, Hammond Orgel, Rhodes Piano, Steel Pedal und sogar Bläser erweitern den Tiny Ruins-Sound, untermalen diesen jedoch dezent. Im Mittelpunkt steht weiterhin Hollie Fullbrooks Stimme sowie ihre zumeist akustische Gitarre. So bleibt die schwermütige Stimmung sowohl in Fullbrooks Stimme, als auch in den Texten und Arrangements im Mittelpunkt von Brightly Painted One. Trotz der vermeintlich vielen Instrumente überwiegt eine leise, intime und betörende Atmosphäre. Hollie Fullbrook singt verhalten, sanft und verträumt, innig und poetisch. Jeder der zehn Songs auf Brightly Painted One berührt zutiefst, man weiß gar nicht, welche Stücke hervorzuheben sind, aber nach wiederholtem Hören kristallisieren sich „Chainmail Maker“, „Reasonable Man“, „Me At The Museum, You In The Wintergardens“, „Carriages“, She’ll Be Coming Round“ und „White Sheet Lightning“ als Favoriten heraus. Eine vortreffliche Platte für die schönen Stunden im einsamen Kämmerlein.

 „Brightly Painted One“ von Tiny Ruins ist am 02.05.2014 bei Bella Union / Pias Cooperative Music erschienen.

 

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