Sam Roberts Band: Lo-Fantasy – Album Review

Sam Roberts Band: Lo-Fantasy – Album Review

Sam Roberts zeigt auf Lo-Fantasy die intelligente Art des Disco-Pop-Rock

von Gérard Otremba

Bereits im Jahr 2004 räumte der kanadische Songwriter Sam Roberts bei den damaligen Juno Awards, dem kanadischen Musikpreis für einheimische Künstler, mächtig ab. Für sein ein zuvor erschienenes Album We Were Born In A Flame gab es die Preise in der Kategorie Album of the Year, Rock-Album of the Year und den ersten Rang als Artist of the Year gab es oben drauf. Mit seinem neuen Longplayer Lo-Fantasy könnte der 1974 geborene Sam Roberts weitere Musikpreise einheimsen, besitzt doch die ganze Platte einen ungeheuren Groove, den Daft Punk auch unter Mithilfe von Nile Rodgers niemals hinbekommen. Sam Roberts goes Disco. Aber keine Angst, schnöden Boney M.-Quatsch gibt es auf Lo-Fantasy natürlich nicht zu hören. Mit dem ungemein lässigen Indie-Disco-Groove von „Shapeshifters“ beginnt das Album, cool, leger, mit einem leicht funky angehauchten Gitarrenspiel lässt der Song sofort den Körper vibrieren. Hymnischer, euphorischer und ausgelassener dann im Anschluss das gitarrenlastige „We’re All In This Together“.

Das Stück atmet deutlich den Madchester-Rave der Stone Roses und hat auch deren Klasse. Völlig entfesselt gerät danach „Human Heat“, ein stampfender Drum-Rhythmus treibt den Song nach vorn, Franz Ferdinand-Gitarrenriffs vom Allerfeinsten, der Song pulsiert unaufhaltsam, eine herrliche Aufforderung zum Tanz. Ähnlich furios, mit Verve, reichlich Schmiss und nochmals im Franz Ferdinand-Modus gerät „Kid Icarus“. Mit einem fluffigen Disco-Drum-Beat findet Sam Roberts bei „Motel Skin“ den Electro-New-Wave, während „Angola“ zu einem dynamischen, opulenten und bombastischen Disco-Rock mutiert. Auf etwas arg viel Synthie-Disco setzt Roberts bei „The Hands Of Love“ und drosselt dann das Tempo für den Song „Too Far“. Ebenfalls temporeduziert und melodiebeseelt „Never Enough“, eine knuffige „Schwenk-die-Arme-im-Rhythmus-Hymne“. Gewöhnungsbedürftig hingegen der Electro-House-Dance-Mix bei „Chasing The Light“ und das abschließende „Golden Hour“ driftet in Beck-Manier direkt ins All ab. Auf Lo-Fantasy zeigt Sam Roberts, wie intelligenter Disco-Pop-Rock klingen kann.

„Lo-Fantasy“ von Sam Roberts Band ist am 14. Februar 2014 bei Paper Bag / Rough Trade erschienen.

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