Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen: It’s OK To Love DLDGG – Album Review

Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen: It’s OK To Love DLDGG – Album Review

 

Der enthusiastische und ansteckende Liga-Sound

Man kann die Uhr nach ihr stellen. Nach der Band aus Hamburg. Pünktlich alle eineinhalb Jahre veröffentlicht Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen eine Platte und so erscheint mit It’s OK To Love DLDGG bereits das vierte Album in lediglich fünf Lenzen. Eine stattliche Zahl für die nach der Auflösung von Superpunk gegründeten Formation, als Sänger und Gitarrist Carsten Friedrichs gemeinsam mit Bassist Tim Jürgens den Keyboarder Gunther Buskies, Saxophonist und Gitarrist Philip Morton Andernach sowie Schlagzeuger Zwanie Jonson um sich scharten und sich mit Elan in ein neues Abenteuer stürzten. Jonson ist in der Zwischenzeit ausgestiegen und durch Heiko Franz ersetzt worden, dem entfesselten  Spieltrieb der Band tat dies jedoch keinen Abbruch, wie man auf dem letzten Album Rüttel mal am Käfig, die Affen sollen was machen hören konnte.

Die Aufnahme des Albums erfolgte zum ersten Mal im Studio Nord in Bremen, einem rein analogen Studio. Und so klingt der Liga-Sound auf It’s OK To Love DLDGG noch uriger als bisher. Der genuine Mix aus Beat, Garage, Pop und Soul lebt von einem Mehr an Vintage-Bläsern, ausgelassenen Piano-Keyboardpassagen, einem scheppernden Schlagzeug und überschwänglichen Backing-Chören. Euphorie pur herrscht im Eröffnungstiteltrack „It’s OK To Love DLDGG“, der mit seiner Hymnik und Wucht ansteckt und das erste Ausrufezeichen des Albums setzt. Carsten Friedrichs schreibt Songs über Sachen, die er kennt, die ihn interessieren und über die es keine, oder kaum andere Lieder gibt. Wenige gibt es wohl über Kneipen und so entstand das Stück „Song für Eis-Gerd“. Es ist eine Reminiszenz an eine nunmehr geschlossene Eisdiele in Hamburg-Altona, in der man sich jedoch auch zum Quatschen und Trinken treffen konnte, musikalisch ein herrlicher Rock’n‘Roll-Shuffle, der sofort zum Schwingen des Tanzbeins animiert.

In der David Bowie-Hommage „Eine Tragödie kommt niemals allein“ wird nicht nur der Tod eben jenes Künstlers bedauert, sondern auch die Tatsache, dass das einst gekaufte Bowie-XL-T-Shirt nicht mehr passt. Ebenfalls im Liga-Programm: „Der große Kölner Pfandflaschenbetrug“, eine nationale Bestandsaufnahme („So primitiv“), Gedanken über die eigene Band („Ballade von der Band“), ein augenzwinkernder Musik-Museumsbesuch („Lass uns ins Museum gehen“) und eine Liebeserklärung an den ersten Beatles-Drummer Pete Best („Und Pete kämmt die Haare zurück“). Alle Songs serviert die Liga in jeweils knackigen drei Minuten, einem guten alten Single-Format, der mit dem modernen Vintage-Sound der Band einhergeht. Ein enthusiastischer und durch und durch ansteckender Sound.

„It’s OK To Love DLDGG“ von Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen erscheint am 14.07.2017 bei Tapete Records.

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