Bridget Kearney: Won’t Let You Down – Album Review

Bridget Kearney: Won’t Let You Down – Album Review

Für das Solo-Debüt Won’t Let You Down greift Bridget Kearney in die Trickkiste   

Seit über einem Jahrzehnt spielt Bridget Kearney bei der Soul-Pop-Rock-Band Lake Street Dive den Bass, steuert die Backing Vocals bei und beteiligt sich an der Entstehung der Kompositionen. Mit Won’t Let You Down veröffentlicht die 1986 geborene amerikanische Musikerin nun ihr Solo-Debüt. Bridget Kearney entführt uns mit Won’t Let You Down tief in die 70er- und 60er-Jahre, klingt dabei aber ganz und gar nicht wie der nächste Vintage-Abklatsch. Vielmehr ist das Album eine Reminiszenz, eine Verbeugung vor den einflussreichen Stilen jener glorreichen Pop-Epochen.

Schon lange hat niemand mehr den Westcoast-Sound von Fleetwood Mac so zwingend in die Jetztzeit transportiert wie Bridget Kearney in „Wash Up“. Der lässige Schlagzeugbeat, die traumverlorenen, melancholischen Harmonien, die beiläufigen Gitarrenakkorde, fehlt nur noch Stevie Nicks. Aber hier singt Bridget Kearney, und zwar ohne das rauchige Timbre der Fleetwood Mac-Frontfrau. Und man verfällt Kearneys unaufgeregter Stimme nicht minder gern. Im ausgelassenen Titeltrack scheinen Wilco in einem Zirkus aufzutreten, während „What Happened Today“ wie eine soulige Americana-Variante Maria Taylors daherkommt und „Serenity“ im Cosmic-Pop wildert.

Wie aus einem Nebelschleier schält sich die verschwommene Ballade „Who Are We Kidding“ heraus, in „Living In A Corner“ frönt Bridget Kearney fröhlichem Sixties-Pop und für „Love Doctor“ greift sie tief in die Blues-Soul-Trickkiste. Trotz der Seventies-Verweise erweist sich Kearneys Soul-Pop in „Nothing Does It“ als state of the art. Für die stimmliche Höhenluft in „Daniel“ hat Kearney wohl Kreide gefressen, nur um sich im getragenen Bar-Soul von „So Long“ im sehnsüchtigen Blues zu ertränken. Bridget Kearney sorgt auf Won’t Let You Down für mächtig viel Abwechslung und die lohnt sich hier gleich zehnfach.

„Won’t Let You Down“ von Bridget Kearney erscheint am 24.03.2017 bei Signature Sounds.

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