Gérard bloggt über Blogbuster: Die Entscheidung bei Sounds & Books

Gérard bloggt über Blogbuster: Die Entscheidung bei Sounds & Books

And the winner is…

…halt, halt, halt. Mit der Tür ins Haus falle ich jetzt sicherlich nicht. Wer es nun gar nicht erwarten kann, muss einige Zeilen überspringen, um das Sounds & Books-Siegermanuskript kennen zu lernen, alle anderen lesen bitte auch die einführenden Worte (geht schnell). Wie bereits berichtet, befanden sich sechs der zwölf bei Sounds & Books eingesandten Blogbuster-Manuskripte in der Endauswahl. Natürlich entfachten jene mit einem musikalischen Hintergrund ausgestatteten Romane per se mein Interesse als Musikjournalist. Doch es war auch klar, dass ich in der Kürze der Zeit nicht alle sechs Manuskripte von der ersten bis zur letzten Seite würde lesen können.

So entwickelte sich ein Ausscheidungsverfahren, aus dem Sechskampf wurde schnell ein Fünfkampf, aus dem sich bald ein Vierkampf herauskristallisierte, der in einen finalen Dreikampf zwischen Cornelia Liedtke mit „Alices Erbe“, Ina Elbracht mit „Sie nannten mich den Mann mit den Goldenen Schuhen“ und „Pouxi“ von Ralf Kreher mündete. Und so sehr ich mich von Cornelia Liedtke und Ralf Kreher unterhalten fühlte,  gehe ich mit Ina Elbracht und ihren Roman „Sie nannten mich den Mann mit den Goldenen Schuhen“ ins Rennen und den Blogbusterpreis. Ihre Übertragung von E.T.A. Hoffmanns „Elixiere des Teufels“ in die Moderne, genauer gesagt in die heutige Schlagerwelt, ist nicht nur eine wunderbare und mutige Idee, sondern auch noch dramaturgisch perfekt in Szene gesetzt.

Die fiktive Autobiographie des Theo Medardus Hoffmann, der als Kind bereits zum Schlagernachwuchsstar avancierte und später unter gütiger Mithilfe eines teuflischen Elixiers den „Schlöckchen“-Welthit schrieb (sogar ins Indonesische übersetzt), sprüht vor geistreichen Ideen und erreicht passagenweise den bissigen Humor von Eckhard Henscheid. Man muss auch kein Kenner des Schlagergenres sein, um dem Plot, samt seiner Anspielungen folgen und den Roman in seiner Ausfertigung goutieren zu können. Diese Geschichte ist eine gar prächtige und niveauvolle Lese-Unterhaltung mit doppeltem Boden und teuflischen Finessen. Besser als Ina Elbracht mit „Sie nannten mich den Mann mit den Goldenen Schuhen“ hätte niemand E.T.A. Hoffmann die Ehre erweisen können. In dieser Form rockt sogar der Schlager. Zunächst bei Sounds & Books und demnächst bei Blogbuster.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen, die ihr Blogbuster-Glück bei Sounds & Books suchten. Es hat Spaß gemacht, diverse Mansukripte anlesen zu dürfen und ich bin mir sicher, einige von ihnen werden noch einen Verlag finden. Ich wünsche allen viel Glück dabei und kann nur mit den Zeilen des Electric Light Orchestras enden: „Hold on tight to your dream“.

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