Los Campesinos!: Sick Scenes – Album Review

Los Campesinos!: Sick Scenes – Album Review

Gepflegter Indie-Rock mit walisischen Wurzeln

Man kann sagen, Los Campesinos! neues Album „Sick Scenes“ ist ein Jubiläumsalbum, denn es ist schon zehn Jahre her, seit die auf mittlerweile sieben Mitglieder angewachsene, britische Band aus Cardiff, Wales ihre erste Single veröffentlichte. Als Universitätsband begonnen, schafften die Gründungsmitglieder Neil, Ollie und Ellen es im Königreich schnell, sich in Insiderkreisen in die Herzen der Fans zu spielen, so dass die Teatime-Presse, darunter das BBC-Radio auf sie aufmerksam wurde. Und so unterschrieben sie, nachdem sie als Vorband der kanadischen Band Broken Social Scene tourten, noch Ende 2006 beim Independent Label Wichita Recordings.

Ihre Alben wurden dann Schlag auf Schlag veröffentlicht. 2008 waren es immerhin gleich zwei, mit „Sick Scene“ nennen sie bereits das sechste Studioalbum ihr Eigen. Das elf Songs starke Oeuvre nahm die Band fernab vom verregneten Königreich und stilgerecht zum spanischen Namen Los Campesinos!, der übersetzt „Die Bauern“ bedeutet, zusammen mit John Goodmanson (Death Cab For Cutie, Hot Hot Heat, Soundgarden), der bereits die drei Vorgängeralben der Band  produzierte, in einem kleinen im Dorf im warmen Portugal auf. Am von Liebe erfüllten Valentinstag veröffentlichten die Waliser dieses Jahr bereits die dritte, doch eher ruhige Singleauskopplung “The Fall Of Home”.

Das Studioalbum „Sick Scenes“ als Gesamtkunstwerk nun ist gepflegter Indie-Studenten-Rock der alten Schule, ohne große Höhen und Tiefen und plätschert zeitweise vor sich hin, ohne die Songs wirklich als schlecht gemachte Musik titulieren zu können. Man könnte der Band eher vorwerfen, dass sie es nicht wirklich schafft, das Ganze in einer einzigartigen Form abzurunden, obwohl sie in vielen Arrangements Potential dazu gehabt hätten. Und so ist „Sick Scenes“ zusammenfassend ein Album geworden, was okay, aber nicht wirklich mitreißend daher kommt und eher dazu geeignet ist, es beim Kochen als Hintergrundmusik laufen zu lassen, als dass es in den Indie-Rock-Himmel aufsteigt.

Wer aber den Kontext des Nebenbei-Indie-Rocks mag, es muss ja auch nicht immer anspruchsvoll sein, der sollte als Einstieg in Los Campesinos! am besten mit der ersten Singleauskopplung des Albums „I Broke Up Amarante“ beginnen, die als einer der stärksten Songs von „Sick Scenes“ aufwartet. Denn an diesem Track hört man im Umkehrschluss dann auch, was Tom Bromley, Gitarrist der Band meint, wenn er sagt :“The album exists as an expression of the pent-up aggression we felt due to being inactive for so long, but it’s also a celebration of just getting to be a band, of getting to play music with our friends.“

„Sick Scenes” von Los Campesinos! ist am 24.02. bei  Wichita Recordings / PIAS erschienen.

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