The Flaming Lips: Oczy Mlody – Album Review

The Flaming Lips: Oczy Mlody – Album Review

The Flaming Lips festigen ihren Ruf als clevere Pop-Querköpfe

Mit „Yoshimi Battles The Pink Robots“ katapultierten sich The Flaming Lips auf die großen Bühnen und schufen eine ganz eigene Version von Psych-Rock. Statt durch Wiederholung der Erfolgsformel den ganz großen Ruhm zu ernten, wie es vermutlich viele andere Bands getan hätten, konzentrierte sich die mittlerweile zum Trio geschrumpfte Formation aber auf ihre Neigung zum Abseitigen, Obskuren und Verwegenen, Genialen und Albernen. Auf einige Alben trafen alle Attribute gleichzeitig zu. Das letzte Beispiel dafür war „With A Little Help From My Fwends“ von 2014 – ein Beatles-Coveralbum mit Gaststars wie Moby und Miley Cyrus.

Mit „Oczy Mlody“ kehren The Flaming Lips nun gewissermaßen an jenen Punkt ihres Weges zurück, wo sie 2002 Richtung Extravaganza abgebogen sind. Zumindest stilistisch knüpft das neue Werk gut an die Yoshimi-Platte an. So hätte zum Beispiel „Sunrise (Eyes Of The Young)“ mit seiner träumerischen Piano-Rezeptur wunderbar auch auf die 2002er-Platte gepasst. Gleiches gilt für das opulente „We A Family“, dessen grelle Synthies und Echodrums den Aufbruchsgeist des neuen Millenniums aufgreifen. Auch Miley gibt sich auf diesem Track die Ehre und macht ihre Sache gut.

Der Rest des Albums ist eine einzige Dreampop-Elegie. Die Stücke sind oft skizzenhaft, folgen kaum mal dem gängigen Strophe-Bridge-Refrain-Muster. „How“, „Nigdy Nie (Never No)“ und „Listening To The Frogs With Demon Eyes“ klingen wie spontan vertonte „Stream Of Consciousness“. Das Ganze taugt nicht für den Indie-Club oder die große Festival-Bühne. „Oczy Mlody“ ist eine Platte, die volle Aufmerksamkeit fordert. Wer sie ihr schenkt, am besten mit Kopfhörer und viel Zeit, wird mit einigen cleveren Ideen und ungeheuerlichen Ideen belohnt. Alleine die Stereo-Produktion von „The Castle“ ist das Geld für die Anschaffung wert.

The Flaming Lips haben sich dem Mainstream verweigert, als er zum Greifen nahe war. Ihrem Stellenwert als clevere Querköpfe und furchtlose Innovatoren hat das nur gut getan. Auch „Oczy Mlody“ wird diesen Ruf weiter festigen.

„Oczy Mlody“ von The Flaming Lips ist am 13.01.2017 bei Bella Union / PIAS Cooperative erschienen.

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