Adele: 25 – Album Review

Adele: 25 – Album Review

Mit dem Album 25 steigt Adele von der Soul-Diva zur Grand Dame des Soul-Pop auf

von Gérard Otremba

Adele ist derzeit der absolute Megastar der Pop-Branche. Ihre beiden ersten Alben 19 und 21 verkauften sich zusammen über 50 Millionen Mal und sollten mit der Veröffentlichung des dritten Longplayers 25 einen weiteren Verkaufsschub verzeichnen. Denn dass 25 zum Chartbreaker wird, steht außer Frage. Die Stimme Adeles ist natürlich immer noch ein Erlebnis, die perfekt austarierten Arrangements untermalen den Facettenreichtum dieses Soulspektakels, wie zum Beispiel in der wuchtigen Opener-Ballade „Hello“, wenn sich die Instrumentalbegleitung zurückhält und Adele zur Pop-Arie aufschwingt. Die zehnfache Grammy-Gewinnerin variiert ihr bekanntes Muster auf dem neuen Album um Nuancen. „Sent My Love (To Your New Lover)“ ist hier zu nennen, das der Soul-Grandezza moderne und lässige Rhythmen hinzufügt. Doch schon im anschließenden „I Miss You“ gibt Adele im gewohnten wie opulenten Souldiva-Format einer Dusty Springfield die Leidende und Verzweifelte.

Die in London geborene Adele macht aus einer so spielerisch sanften Ballade wie „When We Were Young“ noch das große Drama, das geht gar nicht anders. Pathos ist ihr Ding, davon bleibt das Piano-Stück „Remedy“ ebenfalls nicht verschont. Adeles Phrasierungen sind manchmal sehr manieriert, aber auch das muss bei Souldiven so sein. Auf 80er-Power-Popballade getrimmt ist „Water Under The Bridge“, während „River Lea“ mit dunkler Blues- und Gospel-Affinität aufwartet. Zum Herzerweichen dann die Streicherballade „Love In The Dark“, Adele voll in ihrem Element als überwältigende Trennungschanteuse. Das hat wahrlich Stil. Ebenso wie der sehnsüchtige Chanson-Folk von „Million Years Ago“. Dann nochmal das Klavier, die Traurigkeit, die große Melodie, die große Exzentrik in „All I Ask“, bevor 25 mit dem würdevollen „Sweetest Devotion“ endet. Adele ist erst 27 Jahre jung und schon die Grand Dame des Soul-Pop.

„25“ von Adele ist am 20.11.2015 bei XL Recordings erschienen.

 

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