Ron Sexsmith: Carousel One – Album Review

Ron Sexsmith: Carousel One – Album Review

Wieder mal so eine Art Meisterwerk des kanadischen Songwriters

von Gérard Otremba

Und alle Jahre grüßt das Murmeltier. Bei jedem neuen Ron Sexsmith-Album reiben sich die Musikkritiker die Hände und loben den kanadischen Knuddelbären in den Himmel und noch immer fristet der mittlerweile 51-jährige in Toronto lebende Songwriter ein kaum beachtetes Schattendasein. Dabei veröffentlicht Ron Sexsmith seit Jahren nun wahrlich, wahrlich überaus vorzügliche Pop-Alben voller Harmonie- und Melodieseligkeit, verträumte Melancholie inklusive. Allein Retriver, sein absolutes Meisterwerk aus dem Jahre 2004 hätte alle Grammys und Echos dieser Welt verdient. Enttäuscht hat Sexsmith auch danach nie, die Qualität seiner Alben blieb konstant hoch und 2014 gewann er für sein letztes Album Forever Endeavour immerhin den Juno Award für das beste Alternative Album. Mit rauschhaften Verkaufszahlen hapert es hierzulande immer noch, eine größere Popularität gönnt man ihm jedoch jederzeit. Sein neuer Longplayer Carousel One entzückt vom ersten Moment an, wenn nämlich mit „Sure As The Sky“ edler Sixties-Pop erklingt. Für die Musik von Ron Sexsmith benötigt man Liebe.

Diesen Gefühlszustand transportiert der kanadische Romantiker in allen seinen 14 neuen Songs (zwei gibt es auf CD als Bonus dazu), und Liebe sollte man Ron Sexsmith als Dank entgegenbringen. Liebe und Dankbarkeit für sein erstmaliges Lächeln auf dem Plattencover (wo er sonst häufig mit einem traurigen Blick zu sehen ist), Liebe und Dankbarkeit für eine Platte mit den schönsten Beatles-Melodien seit es die Beatles nicht mehr gibt (was für einige Sexsmith-Alben gilt, für Carousel One aber ganz besonders!). Denn da sind: das schwelgerische „Saint Bernard“, die zarte, aber kitschfreie Schmalzballade „Loving You“, das überaus fröhliche „Before The Light Is Gone“, der Honky-Tonk-Piano-Boogie von „Getaway Car“, der betörende, orgelgetränkte, alles überragende Blue-Eye-Soul-Pop von „Nothing Feels The Same Anymore“, die lässige Leichtigkeit in „Lord Knows“ und „All Our Tomorrows“ sowie das herrlich beschwingte „Can’t Get My Act Together“. Und den Rest dürfen Sie selbst entdecken. Einen Platz in den Top-Ten der Alben des Jahres 2015 bei Pop-Polit dürfte Ron Sexsmith mit Carousel One sicher haben.

„Carousel One“ von Ron Sexsmith ist am 27.03.2015 bei Cooking Vinyl / Indigo erschienen.

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