Kevin Nolan: Fredrick & The Golden Dawn – Album Review

Kevin Nolan: Fredrick & The Golden Dawn – Album Review

Großes Theater zwischen Tom Waits, Nick Cave und Kurt Weill

von Gérard Otremba

Kevin Nolan ist ein irischer Musiker, der mit Fredrick & The Golden Dawn sein Debütalbum veröffentlicht hat. Die Inspirationsquellen des in Dublin lebenden Sängers und Multiinstrumentalisten, der alle Instrumente für das Album selbst eingespielt hat, erstrecken sich von Tom Waits und Nick Cave über Bertolt Brecht und Kurt Weill hin zu den Einstürzenden Neubauten. Kevin Nolan veranstaltet auf Fredrick & The Golden Dawn ein spektakuläres Theater mit zehn unter die Haut gehenden Songs. Mit einer gewaltigen Tom Waits-Stimme beginnt Nolan die Platte mit „Blood Wedding“, begleitet von minimalistischem Gitarren-Bass- und Schlagzeugspiel. Sofort ist man von der berstenden Theatralik gefangen genommen, etwas Bedrohliches, fast Surreales geht von dem Track aus und nach einem kleinen Zwischenspiel geht es mit dem Indie-Pop-Rock-Stück „Splinter“ weiter, wo sich verwunschene Vocals dem Traumhaften nähern.

Höchst dramatisch und mächtig aufwühlend das anschließende „Last Days Of Harry Carey“, in dem die Moritaten einiger Nick Cave-Songs durchscheinen. Obskur und wild, mit infernalischen Orgelklängen ausgestattet, dann das kurze „Ballade To St. Dymphna“ und zwischen Theateraufführung und Filmmusik pendelt das pianobetonte „The Guess“, voller dramaturgischer Spannung. Ein sanfter Trommelwirbel, Piano und lyrische Gitarrenlicks begleiten „Drowning“, das immer wieder mit verqueren Ausbrüchen aufwartet, während das 1:38 Minuten kurze „Peggy Sue“ einen mit sinisteren Alpträumen schwer verstört. Nochmals großes Theater bei „Oil On Canvas“, in dem Kevin Nolan einen fast lustigen Pianoakkord auffährt, bedrohlich-betörende „Ahahah“-Chöre einschleust und dekonstruktive Passagen einbaut. Traurig und wunderschön das abschließende „Aubade“, ein Duett mit Julie Feeney. Mit Fredrick & The Golden Dawn ist Kevin Nolan ein bemerkenswertes, forderndes und ausgeklügeltes Debütalbum gelungen.

„Fredrick & The Golden Dawn“ von Kevin Nolan ist im April 2014 bei Eire Supply erschienen.

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